
heute möchte ich mit einem Thema beschäftigen, was mich unbewusst schon seit einer ganzen Zeit beschäftigt und auf das ich vor gut einer Woche gestoßen bin. Es handelt sich bei diesem Thema um die Offenheit gegenüber anderen Menschen und was man von ihnen alles lernen kann. Aufmerksam geworden bin ich auf dieses Thema während ich letzte Woche für ein paar Tage in Irland bei einem Freund zu besuch war und er mir dann ein Buch von Steve Pavlina mit dem Namen: "Das universelle Prinzip der Selbstentfaltung" mitgegeben hat. Hier könnt ihr das Buch finden, auch wenn es leider recht teuer ist und es keine neuen Versionen zu geben scheint: http://amzn.to/1CwLoME Hier das Buch auf Englisch, was deutlich günstiger und auch verfügbar ist! http://amzn.to/1D5hRue
Ich muss sagen, dass ich mich eigentlich schon ziemlich lange mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftige, ohne es so richtig gewusst zu haben. Das Reflektieren der eigenen Person gehört bei mir zum Alltag und so natürlich auch das erkennen von bestehenden Problemen. Woran es mir bisher immer gemangelt hat und in vielen Bereichen auch noch mangelt ist das Finden einer Lösung. Oft fällt es mir schwer bestimmte bestehende Strukturen zu verändern und neues in Angriff zu nehmen. Dies ist aber wirklich nur in bestimmten Bereichen der Fall, was aber trotzdem dazu führt, dass ich oft nicht wirklich glücklich und zufrieden mit mir bin. Nun habe ich ein drittel des Buches von Pavlina gelesen und bin begeistert. Ich sehe nämlich langsam, was ich verändern muss und vor allem auch wie ich es verändern kann.
Ein zentraler Punkt, den er relativ am Anfang seines Buches beschreibt handelt davon, dass man seine Träume und Wünsche hat, nicht vernachlässigen sollte. Wenn man seine Träume und Wünsche missachte, verfalle man dem Problem, dass man nicht wirklich eins mit der Wahrheit ist bzw. diese einfach ausblendet und dann wiederum nicht glücklich ist. Vielleicht ist dem ein oder anderen Leser meines Blogs aufgefallen, dass die letzten Artikel von inneren Kämpfen in meinem Kopf geprägt waren. Ich habe immer über die Uni und die Wissenschaft geschrieben und darüber, dass ich eigentlich überhaupt keine Lust habe mich da weiter einzuarbeiten und sehr unglücklich damit bin.
Noch bin ich nicht wirklich bereit mich der Uni komplett zu entziehen und ich werde auf jeden Fall das Auslandsjahr so gut wie möglich abschließen, da ich mir nichts mehr als dieses Jahr in Japan wünsche und mich einfach unglaublich darauf freue. Was nach meinem Auslandsjahr passieren wird und welche Wege ich dann gehen werde, weiß ich noch nicht, aber das kann man zum heutigen Zeitpunkt auch noch nicht wissen.
Mein kleiner Urlaub in Irland hat mir gezeigt, dass ich die Natur und das Spazieren gehen liebe. Es klingt vielleicht ein wenig komisch oder sogar kitschig, aber ich liebe es mit einem anderen Menschen zusammen durch die Natur zu laufen und gute Gespräche zu führen. Ich kann mich da total für begeistern und vor allem liebe ich auch Spaziergänge bei Nacht, wenn man die Sterne sehen kann. Sowas inspiriert mich unglaublich und macht mich einfach glücklich, da ich mich mit der Welt verbunden fühle und gleichzeitig auch mit einem Menschen, mit dem ich diese tollen Momente teilen kann und der ebenfalls diese Schönheit, die ich sehe, erblicken kann, auch wenn er vielleicht nicht immer mit der gleichen Begeisterung dabei ist.
Als ich dann aus Irland zurückkam, standen noch einige Treffen mit einem Tandemkurs in der Uni an, welcher sich über den ganzen März hinweg erstreckt hatte. Innerhalb dieses Kurses haben wir kleine Gruppen gebildet und dann einen Ausflug zu einem Ort unserer Wahl gemacht. Meine Gruppe war ein Schloss in Düsseldorf besichtigen und danach waren wir noch ein wenig was Essen. Diese Besichtigung war bereits vor meiner Reise nach Irland, aber da wir uns gut verstanden hatten, haben wir uns in dieser Woche einfach noch ein paar mal getroffen.
Ich muss sagen, dass ich wirklich schon viele Tandems hinter mir habe, sowohl Kurse in der Uni, wie auch einzeln mit Personen, aber dieses Tandem jetzt, war das absolut beste bisher und ich war noch nie so traurig, dass Tandempartner wieder zurück nach Japan fliegen, wie dieses Mal. Es waren einfach total interessante Treffen bei denen wir total viel gelacht und Spaß gehabt haben. Man hatte irgendwie nicht das Gefühl, dass man sich fremd ist und hat einfach über alles mögliche geredet und erzählt. Während ich diese lockere und freundschaftliche Atmosphäre in mich aufgesogen habe, habe ich mich an das erinnert, was Pavlina in seinem Buch schreibt. Er schreibt nämlich, dass wir im Grunde mit allen Menschen verbunden sind und man keine Angst davor haben braucht auf andere zuzugehen oder mit ihnen zu sprechen.
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Wir waren Karaoke singen |
Diese Tandemtreffen haben mir gezeigt, wie wichtig mir soziale Kontakte und andere Menschen sind und wie wichtig mir gerade auch Japanisch ist. Natürlich verlief die gesamte Kommunikation bei den Treffen auf Japanisch, weil wir einfach weiter mit dem Japanisch sind, als die Japaner mit dem Deutschen und es dadurch einfach praktischer war Japanisch zu reden. Ich habe gemerkt, wie weit ich in den fast zwei Jahren mit meinem Japanisch gekommen bin und das ich mich normal mit Leuten unterhalten kann. Das ist ein unglaublich gutes Gefühl und motiviert mich, noch viel mehr zu lernen.
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Gibt es was besseres als Essen? |
Heute haben sich die Japaner dann wieder zurück auf den Weg nach Japan gemacht und alle waren ganz traurig, dass sie wieder zurückmüssen, da ihnen Deutschland sehr gut gefallen hat. Ich muss aber auch echt sagen, dass ich auch sehr traurig bin, da man in den 4 Wochen wirklich unglaublich nette Menschen kennengelernt hat und sich definitiv auch so etwas wie Freundschaften entwickelt haben. So ist es wirklich das erste Mal, dass ich richtig traurig bin, dass man sich die nächsten Monate nicht mehr treffen kann.
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Nach der Abschlussfeier haben wir noch Fotos gemacht |
Mir ist klar geworden, dass ich nur in der Uni bin, um die Sprache zu lernen, was eigentlich nicht so sein sollte, da man die Sprache überall lernen kann und die Uni einem noch eine Menge andere Qualifikationen vermitteln sollte. Ich möchte Japanisch möglichst perfektionieren und dann irgendwas damit anfangen. Vielleicht eine Brücke zwischen der Deutschen und Japanischen Kultur schlagen, neue Formate entwickeln im Bereich Webvideo entwickeln oder aber etwas ganz anderes. Seitdem ich auf diese Erkenntnisse gestoßen bin, sagt mein Kopf und mein Gefühl mir eindeutig, dass ich die Begeisterung für die japanische Kultur und Sprache, sowie mein Wunsch etwas mit anderen Leuten zu machen, auf jeden Fall zusammenbringen muss und zu einem Beruf machen muss.
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Das war dann die "wirkliche" Abschlussfeier |
In der nächsten Zeit möchte ich euch mit auf meine kleine Reise mit mir selbst nehmen und euch Stück für Stück berichten, wie es mit meiner persönlichen Entwicklung weitergeht. Wohin mich das ganze führt, weiß ich auch nicht, aber es ist eine neue Begeisterung, die in mir geboren wurde und ich habe das starke Gefühl ihr nachgehen zu müssen. Vielleicht werde ich schon bald hier sitzen und alles wieder über den Haufen werden oder aber etwas entdeckt haben, was mir eine ganz neue Sicht auf die Welt und das Leben ermöglicht. Man kann es nie vorhersagen, aber wenn man es nicht probiert und ein wenig Mut aufbringt, wird man es nie erfahren. Ich möchte es aber erfahren!
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